Die therapeutische Hypothermie findet seit einigen Jahren mit zunehmender Evidenz Eingang in Behandlungsleitlinien.
Eine der ersten Nennungen war die Aufnahme der therapeutischen Hypothermie in 2005 in die internationalen Leitlinien des Postreanimationsmanagements.
“Recommendation of the American Heart Association (46) for use of therapeutic hypothermia to treat comatose survivors of cardiac arrest: “Thus, unconscious adult patients with ROSC after out-of-hospital cardiac arrest should be cooled to 32◦C to 34◦C (89.6◦F to 93.2◦F) for 12 to 24 hours when the initial rhythm was VF (Class IIa). Similar therapy may be beneficial for patients with non-VF arrest out of hospital or for in-hospital arrest (Class IIb).”
[ Peberdy, M. A., C. W. Callaway, R. W. Neumar, R. G. Geocadin, J. L. Zimmerman, M. Donnino, A. Gabrielli, S. M. Silvers, A. L. Zaritsky, R. Merchant, T. L. Vanden Hoek and S. L. Kronick (2010). "Part 9: post-cardiac arrest care: 2010 American Heart Association Guidelines for Cardiopulmonary Resuscitation and Emergency Cardiovascular Care." Circulation 122(18 Suppl 3): S768-786. ]
Im Folgenden sehen Sie eine unvollständige Übersicht zu den möglichen Indikationen:
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Mögliche Indikation |
Nutzen |
Evidenzgrad |
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CPR wegen Kammerflimmern, beobachtet |
Sehr sicher |
Hoch |
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PostanoxischeEnzephalopathie bei Neugeborenen |
Sehr sicher |
Hoch |
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Reduktion von Hirnödem |
Sehr sicher |
Hoch |
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Intraoperativ bei intrakranialem Aneurysma |
Sehr sicher kein Nutzen |
Hoch |
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Neurologische Schädigung mit Fieber |
Wahrscheinlich |
Mittel |
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Schädel-Hirn-Trauma mit Hirnödem |
Wahrscheinlich |
Mittel |
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CPR wegen PEA/Asystolie, beobachtet |
Wahrscheinlich |
Niedrig |
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Intraoperativ bei Aortenaneurysma |
Wahrscheinlich |
Niedrig |
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Hirnödem bei Leberversagen |
Wahrscheinlich |
Niedrig |
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Kardiogener Schock nach Herzchirurgie |
Wahrscheinlich |
Niedrig |
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Schlaganfall |
Möglich |
Niedrig |
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ARDS |
Möglich |
Niedrig |
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Myokardinfarkt |
Möglich |
Niedrig |
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Kontrastmittelnephropathie |
Möglich |
Niedrig |
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CPR, Stillstand nicht beobachtet |
Unbekannt |
Niedrig |
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Subarachnoidalblutung |
Unbekannt |
Niedrig |
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Intraoperativ bei Herzchirurgie |
Unbekannt |
Niedrig |
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Andere |
Unbekannt |
Niedrig |
Modifiziert nach C. Pechlaner · M. Joannidis (Intensivmed 2011 · 48:443–454, DOI 10.1007/s00390-011-0307-5).
Zu einigen der oben genannten Indikationen folgt nun die Nennung ausgewählter Publikationen:
- - Schlaganfall [Lampe, J. W. and L. B. Becker (2011). "State of the art in therapeutic hypothermia." Annu Rev Med 62: 79-93.]
- - Postreanimation [Seupaul, R. A. and L. G. Wilbur (2011). "Evidence-based emergency medicine. Does therapeutic hypothermia benefit survivors of cardiac arrest?" Ann Emerg Med 58(3): 282-283.]
- - Postoperativ [Lampe, J. W. and L. B. Becker (2011). "State of the art in therapeutic hypothermia." Annu Rev Med 62: 79-93.]
- - Hirndruck [Tokutomi, T., K. Morimoto, T. Miyagi, S. Yamaguchi, K. Ishikawa and M. Shigemori (2007). "Optimal temperature for the management of severe traumatic brain injury: effect of hypothermia on intracranial pressure, systemic and intracranial hemodynamics, and metabolism." Neurosurgery 61(1 Suppl): 256-265; discussion 265-256.]
- - Neonatale Asphyxie [Shankaran, S., A. R. Laptook (2005). "Whole-body hypothermia for neonates with hypoxic-ischemic encephalopathy." N Engl J Med 353(15): 1574-1584.]
Der Physiologische Hintergrund der therapeutischen Hypothermie ist die Reduktion des zerebralen Zellmetabolismus. Wenn die Körperkerntemperatur sinkt, werden enzymatische Prozesse verlangsamt und dabei der Energiebedarf gesenkt. Somit kann eine cerebrale Ischämie verringert werden und die Produktion und Sekretion von gewebsschädigenden Botenstoffen und die Entstehung von freien Radikalen reduziert werden. Die Kühlung des Patienten in einem ischämischen Geschehen führt also zur Verminderung von Gewebeuntergang und daher zu einem besseren klinischen „outcome“.
Die Dauer und Temperaturdifferenz einer Behandlung kann variieren.
Für die verschiedenen Anwendungsgebiete konnten bereits teilweise unterschiedliche Zieltemperaturen und Schemata identifiziert und definiert werden. Daher ist es für eine effektive Therapie besonders wichtig, dass diese Temperaturen gezielt und kontrolliert erreicht werden können.
Die Senkung der Körpertemperatur erfolgt mit tempedy® durch die Infusion von gekühlter Infusionslösung. Bei diesem Vorgehen ist es besonders wichtig entscheidende Parameter, wie die Volumenzufuhr und den intracerebralen Druck des Patienten zu überwachen. tempedy® verfügt daher über ein integriertes Feedback-Kontrollsystem, das die Behandlung in Abstimmung auf diese Parameter ermöglicht. Somit ist eine kontinuierliche Überwachung des Patienten während der Behandlung gewährleistet.
